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Nachruf auf Angelika Anders-von Ahlften

Angelika Anders wurde 1949 in Osterode im Harz geboren.

Als sich Angelika Anders endgültig für ihren akademisch wissenschaftlichen Werdegang entschied, verabschiedete sie sich gleichzeitig von ihrem frühen Traum, Solotänzerin zu werden, den sie zielstrebig bis zum staatlich anerkannten Ballettexamen verfolgt hatte. Parallel hierzu hatte sie mit  einem Doppelstudium Biologie/Physik an der Universität Hannover begonnen. Ihr Weg führte sie weiter über Bielefeld, wo sie 1977 promovierte, Dortmund und schließlich wieder nach Hannover. Dort habilitierte sie sich 1982, war als wissenschaftliche Mitarbeiterin und außerplanmäßige Professorin tätig bis sie 1994 als Professorin an die Universität Hannover berufen wurde. Ihrer Tanzleidenschaft blieb sie jedoch als Hobby immer treu.

Angelika Anders' wissenschaftlicher Fokus richtete sich auf interdisziplinäre anwendungsbezogene Fragestellungen, für die sie die Laserspektroskopie einsetzte, um biomedizinische und umweltanalytischen Untersuchungsmethoden zu entwickeln.

Besonders interessierte sie sich für die photobiologischen Wirkungen von UV-Strahlungen auf menschliche Haut.
So zeigte Angelika Anders, dass bei Bestrahlung im UVA-Bereich die zum Bräunen erforderliche Dosis geringer ist, als die, die einen Sonnenbrand verursacht. Im UVB-Bereich ist dies genau umgekehrt. Sie veröffentlichte ein lasergestütztes Aktionsspektrum der Erythemwirksamkeit von UV-Strahlung an der Humanhaut in vivo, das 2002 von der Internationalen Beleuchtungskommission (CIE) als Alternative zum gültigen Standardspektrum empfohlen wurde und ihr in der photobiologischen Gemeinschaft viel Anerkennung einbrachte. Später setzte sie Optoakustik zur Bestimmung der optischen Eigenschaften von Humanhaut im ultravioletten Wellenlängenbereich ein und auch die Aktionsspektroskopie verfolgte sie während ihrer ganzen wissenschaftlichen Laufbahn – hier interessierte sie sich in letzter Zeit besonders für die UV-induzierte Synthese von Vitamin D im menschlichen Organismus.
Daneben bearbeitete sie weitere Forschungsthemen wie z.B. die Fluoreszenzspektroskopie zur (Ab-)wasseranalyse und zum Pestizidnachweis auf Holz und Blättern, CARS-Spektroskopie in der Umweltanalytik oder die konfokale Raman-Mikroskopie zur Untersuchung mikrobieller Aggregate in Biofilmen. Aktuell interessierte sie sich auch für den Einsatz von Raman Spektroskopie in  photobiologischen Fragestellungen.

Seit 1995 war Angelika Anders stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Lichtforschung e.V., ab 2003 führte sie den Vorsitz in der Sektion Photophysik der Deutschen Gesellschaft für Photobiologie und war seit 1998 Mitglied der CIE-Kommission TC6-48:Typical Minimal Erythema Doses.

Es war Angelika Anders wichtig Wissenschaft verständlich zu vermitteln, um ein breites Publikum zu erreichen. In diesem Zusammenhang entstanden populärwissenschaftliche Artikel und Bücher und sie moderierte auch einen Wissenschaftstalk zum Thema „Wie viel Sonne braucht der Mensch?“

Ihre gelebte Begeisterung für Wissenschaft übertrug sie auch auf den wissenschaftlichen Nachwuchs, den sie bestärkte, wissenschaftliche Projekte eigenständig und zielorientiert zu bearbeiten.

Persönlich erlebte man Angelika Anders als einen fröhlichen, großzügigen und dabei doch -zumindest was sie selbst betraf – bescheidenen Menschen.

Angelika Anders  verstarb für alle überraschend am 23. Oktober 2008.

 

     Deutsche Gesellschaft für Photobiologie e.V. 01.04.2009